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Geschichte

St. Bartholomäus Kirche
St. Bartholomäus Kirche

In der Mitte des Dorfes Meerbeck steht unsere Gemeindekirche St. Bartholomäus.
Der Ort Meerbeck wird erstmals im Jahre 1013 urkundlich genannt. Hier besaß Bischof Meinwerk von Paderborn (975-1036) Erbgüter, die er dem von ihm gegründeten Kloster Abdinghof in Paderborn geschenkt hatte.
„merebeke cum ecclesia"

Dorf und Kirche  werden in der Stiftungsurkunde des Klosters Abdinghof vom 2. November 1031 erstmals erwähnt. Wir können also davon ausgehen, daß Bischof Meinwerk die Kirche in den Jahren 1013 bis 1031 zur Zeit der Romanik hat bauen lassen. Wie Meinwerks noch heute unversehrt bestehende Hauskapelle in Paderborn wurde sie dem Apostel Bartholomäus geweiht.

Aus der Gründungszeit der ersten Kirche stammt noch der untere Teil des Kirchturms mit dem aus Sandstein gearbeiteten romanischen Türbogen über dem Eingang zum Turm im Inneren der Kirche. Dieses künstlerisch wertvolle Tympanon wird von Fachleuten als das Werk „südländischer" Arbeiter, wie sie auch z. Zt. Bischof Meinwerk's in Paderborn nachweislich tätig waren, beschrieben. Auch andere Bauteile weisen Ähnlichkeiten mit Bauten in Paderborn auf. Es zeigt die damalige enge Verbindung der Meerbecker Kirche zu Paderborn und Bischof Meinwerk. Das Oberteil des heutigen Taufsteines, das bis zum Jahre 1898 als Unterlage einer Holzsäule im Inneren der Kirche diente, ist ebenfalls romanischen Ursprungs.

Die Kirche wurde in den Jahren 1522 bis 1525 um- bzw. neugebaut. Darauf weist eine über dem Nordportal angebrachte Steinplatte mit den Wappenbildern des Grafen Johann von Holstein-Schaumburg sowie die Inschrift Ano dmi M CCCC XXV (als Jahr der Fertigstellung) hin. In dieser Steinplatte und in anderen aus der Zeit der Gotik stammenden Bauteilen, vornehmlich den hohen, durch schönes Maßwerk geprägten Fenstern an der Südseite und im Chor, haben die am Bau beteiligten Steinmetze ihre damals üblichen Zeichen angebracht. Eine andere über dem Nordportal angebrachte Steinplatte mit dem Wappen des Schaumburg - Lippischen Fürstenhauses erinnert an die In den Jahren 1898/99 erfolgte bauliche Erweiterung der Kirche. Damals wurden das Kirchenschiff nach Norden hin erweitert, die Decke des Langhauses trapezförmig angehoben, an der Nordseite zwei weitere Emporen (Priechen) eingebaut und der Turm der neuen Höhe des Langhauses angepasst. In das Mauerwerk an der Ostseite des Chores war außen ein Epitaph in der Form eines Kreuzigungsreliefs eingelassen. In diesem Epitaph sind u. a. die Mutter Maria sowie der Apostel Bartholomäus mit dem Messer und seiner im Martyrium abgezogenen Haut dargestellt. Das Relief enthält noch Teile einer Jahreszahl, die im Jahre 1802 vollständig mit 1438 zu lesen war. Neben dem Epitaph waren links eine Pieta und rechts ein Kreuz in das Mauerwerk eingelassen. Das Epitaph und die Pieta sind in das Innere der Kirche verbracht worden um sie vor weiteren Umweltschäden zu schützen. Das Epitaph hat seinen Platz im Chor neben dem Altar gefunden. Die Pieta wurde in der Gedenkstätte für die Gefallenen und Vermissten der beiden letzten Kriege unter dem Turm und das Kreuz außen an dem nördlichen Pfeiler des Chores angebracht.

Die Kanzel aus der Zeit Ende des 17. Jahrh. wurde bis zum Umbau der Kirche 1898/99 von einer Statue des Mose mit den Gesetzestafeln getragen. (Gleich der Kirche in Bergkirchen, von der bekannt ist, daß sie 1681/1682 von einem Meister Johan Dreyer, Bildschnitzer zu Meerbeck gefertigt worden ist.) An der Brüstung der Kanzel sind die vier Evangelisten mit den ihnen zugeordneten Symbolen angebracht. Bis zum letzten Umbau 1898/99 befanden sich am Kanzelaufgang die Darstellungen der Apostel Petrus und Paulus und auf dem Schalldeckel der Kanzel Christus in segnender Haltung mit der Weltkugel. Diese 3 Statuen sollen demnächst wieder einen Platz in der Kirche erhalten. Über den Verbleib der Mosesstatue sowie des Schalldeckels ist nichts bekannt.

Wann die alte Bildreihe mit den Aposteln (auf dem linken Bild außen wird der Stifter (?) gesegnet) vor der Orgelprieche gegenüber dem Altar erstmalig in die Kirche gekommen ist und von welchem Künstler die Bilder gemalt worden sind, ist nicht (noch) nicht bekannt. Es ist, möglich daß die Bildreihe, die in der Breite exakt in das beim Umbau nicht veränderte Langhaus passt, im Jahre 1893, als die Orgelprieche der neuen Orgel wegen baulich verstärkt werden musste, abgenommen und auf dem Boden des Turmes als Verschalung eingelagert wurde, wo sie später In Vergessenheit geraten ist. Erst Pastor Teudt (Seelsorger in Meerbeck von 1908 bis 1929) hat veranlasst, daß die Bilder gesäubert wieder an ihren alten Platz gebracht wurden. Aus einem Eintrag im Kirchenbuch ergibt sich, daß das Innere der Kirche im Jahre 1842 durch den später nach München verzogenen Maler Hövemeyer aus Bückeburg mit seinen Söhnen aus freiwilligen 1300 T betragenden Gaben restauriert worden ist. Ein Sohn August Hövemeyer (geb. 1824) hat ab 1848 in München (u. a. bei den großen Malern W. v. Kaufbach und M. v. Schwind) studiert und wird in der einschlägigen Literatur als ein zu seiner Zeit u. a. im süddeutschen Raum nicht unbedeutender Maler beschrieben. Auch als Porträtmaler wird er genannt: ,,... Von Staffeleibildern malte er ... neben einer Anzahl geistvoll idealisirend aufgefasste... Porträte...".

Bereits im Jahre 1651, drei Jahre nach dem Ende des 30jährigen Krieges, hat die Kirche eine neue Orgel erhalten. Zugleich wurde ein Legat für den Organisten ausgesetzt. Die nächste Orgel wurde im Jahre 1706, eine weitere im Jahre 1894 angeschafft. Nach dem letzten Kriege wurde für einige Jahre ein elektronisches Instrument aufgestellt. Die jetzige Pfeifenorgel, von der Firma Karl Schuke in Berlin gebaut, wurde im Jahre 1984 eingeweiht und im Jahre 1993 erweitert. Die schönen Fenster im Jugendstil im Chorraum wurden mit dem Umbau 1898/99 eingebaut.

Mittelpunkt der Kirche ist der schöne spätgotische Schnitzaltar. Er ist noch vor der Einführung der Reformation, die in der Grafschaft Schaumburg 1559 und in Meerbeck mit der Einsetzung des ersten lutherischen Predigers Konerding im Jahre 1560 erfolgte, entstanden. Die Bilder zeigen Motive der biblischen Geschichte, die Passion und die Auferstehung Christi. Ausdrucksvoll und bewegend werden die Figuren dargestellt. In der Mitte des Altars, dessen Flügel sich nicht schließen lassen, steht die Kreuzigung. Beiderseits des Gekreuzigten die Schächer sowie Engel, die dem Gekreuzigten dienen. Die sehr schöne und eindrucksvolle Darstellung der Mutter Maria auf der Mondsichel mit dem Jesuskind oben rechts auf dem Altar könnte ein Ausdruck der Frömmigkeit der Gemeinde in der ersten Hälfte des 16. Jahrh. sein. Über dem linken Flügel befindet sich die Figur des Apostels Bartholomäus.

Die Darstellungen der Mutter Maria wie die des Apostels Bartholomäus könnten aber auch auf die damals bestehenden Verbindungen der Kirche zum Kloster Abdinghof in Paderborn und zur Stiftskirche St. Marien in Obernkirchen hinweisen. (Seit dem Jahre 1181 unterstand auch die Meerbecker Kirche dem Bann des Propstes in Obernkirchen).

In Aufbau und Gestaltung gleichen sich der Altar in unserer Kirche mit dem Obernkirchener Hochaitarretabel und dem Altar in der Kirche zu Windheim an der Weser. Es ist nicht bekannt, wer die Arbeiten für den Altar in Auftrag gegeben, ausgeführt und letztlich bezahlt hat. Nach neueren Erkenntnissen kann wohl davon ausgegangen werden, daß der Altar Im wesentlichen nach Vorlagen von Hans Leonhard Schäufelin (Schäufelein) gearbeitet worden ist (so der Kunsthistoriker Oliver Glismann, fr. Bückeburg). Schäufelin schuf u. a. unter dem Einfluß Dürers Altarbilder, welche bereits 1507 im Handel gewesen sein sollen.

Die Altarpredella mit den Halbfiguren der Evangelisten wird in das 17. Jahrh. datiert. Nach einem Eintrag im Rechnungsbuch könnte am 12. August 1611 deren Anbringung bezahlt worden sein. Der Name des Malers wird nicht genannt.

Nicht auszuschließen ist, daß sowohl der Um- bzw. der Neubau der Kirche in den Jahren 1522/25 als auch die Aufstellung des Altars im Zusammenhang mit der zur gleichen Zeit erfolgten Belehnungen der Herren von Oheimb (Enzen bzw. Helpsen) durch den Abt des Klosters Abdinghof und auch durch das Schaumburger Grafenhaus stehen. An der Südseite der Kirche ist seit 1980 ein Sandsteinkreuz aufgestellt. Es hat früher bis auf der alten Go- bzw. Thingstätte im Südwesten der Meerbecker Feldmark und später an der Landstraße nach Hobbensen gestanden. Das Kreuz wurde in die Obhut der Kirche gegeben und an seinen jetzigen Platz gebracht um es vor Schäden und einer nochmaligen „Versetzung" zu bewahren.
Südlich des Turmes befand sich bis 1945 eine Familiengrabstätte der Besitzer des früheren Freihofes in Kuckshagen. Die Grabsteine haben inzwischen einen neuen (dauerhaften) Platz an der Nordseite des Turmes erhalten.

Seit dem Jahre 1921 rufen wiederum drei Glocken die Glieder der großen Landgemeinde zu den Gottesdiensten.

Walther Schmidt-Burdorf, August 2006
(Fundst. u. Lit. ggf. beim Verfasser erfragen)

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Band 5:  1842 - 1859
Band 6:  1860 - 1875
Band 7:  1876 – 1908